Papillonzucht "von Rotmonten"
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Wissenswertes


Kastration der Hündin, ja oder nein? Wenn ja wann?

04.12.2008

Kastration der Hündin, ja oder nein? Wenn ja wann?

Die Kastration der Hündin ist ein gravierender Eingriff, keine Bagatelle. Sie hat Vor- und Nachteile und es lohnt sich, bevor man den Termin beim Tierarzt abspricht, sich Gedanken zu machen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

Nicht zu vergessen sind die Kosten. Die Kastration der Hündin mit Entfernung von Eierstöcken und Gebärmutter kostet heute zwischen 600 und 800 Franken. Die Kastration der jungen Papillonhündin, die wohlbehütet lebt, ist keine zwingende Notwendigkeit. Sie dient häufig nur der Bequemlichkeit des Besitzers, der keine läufige Hündin haben möchte. Erst in der 2. Lebenshälfte dient der Eingriff auch dem Tier, weil damit das Risiko von gefährlichen Gebärmuttererkrankungen eliminiert wird.



Wenn man sich erkundigt, was Tierärzte raten, hört man fast nur Befürwortung der Kastration von Hündinnen, oft nach dem Motto "je früher desto besser". Bei Katzen und freilaufenden Bauernhofhunden ist das die einzige Methode, unerwünschten Nachwuchs zu verhindern. Aber bei unseren kleinen Rassehunden? Da gibt es keine ungewollten Würfe und die Kastration, vor allem die frühe Kastration vor 1. Läufigkheit hat auch Nachteile wie Inkontinenz (Harnträufeln), filzig-wolliges Fell mit Wegfall des saisonalen Haarwechsels und manchmal vermehrter Juckreiz durch trockene Haut. Die Spiel- und Bewegungsfreude nehmen tendenziell ab und daraus ergeben sich auch unerwünschte Gewichtszunahmen, wenn der Besitzer die Ernährung zu reichlich hält.

Was ist also ratsam? Papillons sind kleine Spaniels und neigen wie z.B. der Cocker-Spaniel oder auch der Irish-Setter nach Kastration zu Veränderungen des Haarkleids. Das pflegeleichte Seidenhaar bekommt bei manchen Hündinnen filzende, welpenartige Unterwolle. Das tritt vor allem ein bei Frühkastration vor 1. Läufigkeit, denn die Junghündin kann nie das richtige Erwachsenen-Haar entwickeln und hat eher die Behaarung eines Kleinspitz statt eines Papillons. Die Tiere haben dann vor allem im Hochsommer zu warm durch ihr Fell, weil der regelmässige saisonale Haarwechsel kaum noch erfolgt. Früh kastrierte Hündinnen sind nicht selten auch schwach bemuskelt, entwickeln nicht die schlank-kräftigen Strukturen der fortpflanzungsfähigen Hündin.

Wenn kastriert werden muss, dann sollte unbedingt die 1., besser auch die 2.  Läufigkeit abgewartet werden und der Eingriff 3 Monate später zwischen 2 Läufigkeiten erfolgen.  Die Veränderung des Seidenhaars kann auch dann eintreten, ist aber weniger ausgesprägt und oft wird kein unerwünschtes Wollhaar entwickelt. 

Ich befürworte nicht, die Hündin lebenslang unkastriert zu lassen. Im Alter ab 7-8 Jahren neigen die Hündinnen nach Läufigkeit zu Gebärmutter-Infektionen, die lebensbedrohend sein können, wenn man sie nicht oder zu spät bemerkt. Die spät kastrierten Hündinnen, auch solche, die schon geboren haben, reagieren weniger mit Veränderungen auf die Kastration als Junghündinnen.

Die Tierärzte befürworten die frühe Kastration der halbjährigen Hündin oft deshalb, weil das Gesäuge-Tumoren verhindern soll. Da die Papillons wenig zu bösartigen Tumorerkrankungen veranlagt sind und Gesäugetumore auch bei Zuchthündinnen mit mehreren Würfen nicht oft vorkommen, ist das kein zwingendes Argument, die junge Papillonhündin kastrieren zu lassen.

Grundsätzlich also: Kastration nicht zu jung, aber sicher zu Beginn der 2. Lebenshälfte mit 7-8 Jahren und dann das Futter so knapp halten, dass keine Gewichtszunahme erfolgt.

Negative Kastrationsfolgen wie Harnträufeln oder starken Juckreiz muss der Tierarzt über Jahre mit Medikamenten behandeln. Mehr zum Thema finden Sie unter: https://papillon-phalene-freunde.ch/index.php?seite=guseite3

 

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